Vorgartenwettbewerb - der erste Hausbesuch


Gartenwettbewerb: Jetzt wird es ernst!

Noch möchte der Winter das Feld nicht völlig räumen, doch die Vorboten des Frühlings sind unverkennbar. Über kurz oder lang wird der garstige Frost keine Chance mehr haben und den zunehmend kräftiger werdenden Sonnenstrahlen weichen müssen.
Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Wettbewerbes gilt es nun, sich über ihr Bepflanzungskonzept Gedanken zu machen. Vier der fünf teilnehmenden Familien haben wir besucht, uns in den Gärten umgesehen und die jeweilige Startposition bildlich festgehalten.
Unterschiede, die sich schon heute feststellen lassen, hängen nicht nur mit unterschiedlichen Gestaltungsvorlieben zusammen. Manche haben bereits eine oder mehrere Bepflanzungszyklen hinter sich, andere stecken noch in der ersten Planungsphase.

Die Vorstellungsrunde beginnt daher mit zwei Extremen:
Schneeballweg 14a Johannesstr. 12

Sylvia Meidinger: Gärtnerin aus Leidenschaft, Neu Döberitzerin seit 2002

Selbst an einem nieselig-grauen Wintertag wirkt der Vorgarten im Schneeballweg 14a noch irgendwie freundlich. Schneeglöckchen und Krokusse stecken bereits ihre Köpfe aus dem Erdreich , zartes grün sprießt in den Beeten. Hier gibt es eigentlich nichts zu gestalten, oder?
Sylvia Meidinger sieht das anders. So, wie andere Menschen gerne ihre Möbel umstellen, liebt sie die Umgestaltung ihres Gartens. "Mein Mann sagt schon, wenn es irgendwann mal Aktien von Pflanzen-Kölle gibt, sind wir dabei, denn der konstante Unternehmensumsatz sei allein durch mich gesichert", erklärt sie augenzwinkernd. "In der Erde zu wühlen ist mein ein und alles".
Für die diesjährige Saison hat sie sich vorgenommen, den Vorgarten mit Sonnenstauden zu bestücken, die Übergänge an den Rändern der Beete abzuschwächen und die strenge Linienführung der Bepflasterung aufzuheben. Die Bank soll einen neuen Anstrich erhalten und im hinteren Teil des Gartens, unterhalb der Terrasse, möchte sie die Wiese durch einen Nutzgarten ersetzen. Der kleine Wasserlauf, der am Rande des Gartens in einen Teich mündet, soll noch schöner werden.
"Ich plane einen romantischen Bauerngarten, der ganzjährig ein Blickfang sein soll", erläutert sie ihre Zielsetzung. Mitte Mai wird vielleicht schon mehr davon zu sehen sein .Wir sind gespannt.
Sylvia Meidinger im Vorgarten Schneeglöckchen Krokusse

Ganz andere Ausgangsbedingungen finden wir in der Johannesstraße 12 vor.

Erste Zuchterfolge im Keller: Christiane Bruhn und Torsten Schmidt, seit 2004 Eigenheimbesitzer in der Johannesstraße

Im Vorgarten von Familie Bruhn/Schmidt lässt sich erst eine winzige Pflanzenspitze blicken, doch bis Krokuss und Winterling zu voller Blütenpracht auflaufen, kann es nicht mehr lange dauern. Die erste Tulpe wurde schon verschenkt, doch gewachsen ist sie im Keller. Dort warten weitere Pflanzen darauf, dass der Mutterboden, noch zu einem großen Berg im Garten aufgetürmt, fachkundig analysiert und planiert wird.
Offensichtlich hat der Workshop bei Pflanzen-Kölle das Problembewußtsein geschärft.
Christiane Bruhn und Torsten Schmidt möchten genau wissen, welche Pflanzen in ihrem Garten gedeihen können, ehe sie ans Werk gehen.Vom Vorhaben, im Vorgarten Bambus anzupflanzen, haben sie bereits Abstand genommen. Die Lage der Versorgungsleitungen vereitelte den Plan. Stattdessen wird ein Fächerahorn gepflanzt , eine Bank in Richtung Abendsonne platziert, dahinter ist eine Mischung aus Gehölzen und Blumen geplant.
Kontrovers diskutiert wird derzeit, ob der Vorgartenzaun aus Schmiedeeisen oder aus einer Edelstahl-Holz-Kombination gefertigt wird - wer wird sich wohl durchsetzen?
Einigkeit herrscht bezüglich der Bereiche hinter dem Haus. Links neben der Terrasse ist ein Steinofen für Pizza und Brot geplant, der Geräteschuppen wird aus der Sichtachse weg nach hinten verlagert, Obstbäume sollen den Gartenrand säumen, der Platz für Küchenkräuter und Gemüse ist bereits "ausgeguckt". Auch Söhnchen Lucas (4) bekommt sein eigenes Beet - den Samen dafür hat er bereits vom Taschengeld gekauft.
Garten der Familie Bruhn/Schmidt Familie Bruhn/Schmidt

Doreen Büttner: Viel Grün und Platz zum Spielen

Vorgarten Haselnussweg 8 Garten Büttner
Zwischen zwei Terminen treffen wir Doreen Büttner mit Töchterchen Josephine, die gerade aus dem Kindergarten am Wasserturm kommt.
Die vielbeschäftigte Malerin ist mit Mann und Kind im September 2003 nach Neu Döberitz gezogen und hat den Garten bereits mit den wichtigsten Utensilien ausgestattet: Sandkasten, Schaukel und Rutsche für Josephine. Auch die Gartenmöbel stehen schon einsatzbereit auf der Terrasse - jetzt ist Feinplanung gefragt.
Als Vertreterin des "spontanen Gartentyps" wünscht sich Doreen Büttner einen gut und kreativ gestalteten Garten, der aber nicht zu arbeitsintensiv werden darf. Die vielbeschäftigte junge Frau benötigt den Garten eher zur Entspannung. Noch stehen konkrete Planungen aus, aber die Zielrichtung ist klar: Viel Platz zum Spielen für Josephine, ein dekorativer Terrassenbereich, ein paar Beete und Sträucher.
Doreen Büttner mit Tochter Vorgarten Büttner

Eva Kuhlmann: Ehrgeizige Gestaltungspläne mit kanadischem Flair

Emil-von-Behring-Allee 4 Grundstücksgrenze Kuhlmann
Statt nach Kanada auszuwandern, hat sich Familie Kuhlmann 2004 entschlossen, den Prenzlauer Berg gegen Neu Döberitz einzutauschen. Mit ihrem Haus haben sie einfach ein Stück Kanada nach Brandenburg verlagert und sind mit ihrer Entscheidung zufrieden. Söhnchen Dylan fühlt sich in der Kita am Wasserturm wohl, Mutter Eva freut sich, ihren Arbeitsplatz in der Berliner City bequem per Regionalbahn erreichen zu können.
Sie ist die unumstrittene Gartenchefin: Familiär sachkundig vorgeprägt und gut informiert, macht sie sich an die Umsetzung ihrer klar umrissenen Gestaltungspläne: Hängekörbe mit üppiger Blütenpracht sollen im Sommer die Veranda schmücken, das Farbkonzept wird im Vorgarten fortgesetzt. Beete, Rosen und Stauden möchte sie direkt am Haus anpflanzen.
Dank guter Nachbarschaftsbeziehungen darf die Grundstücksgrenze grün bleiben. Der weitläufige Eindruck des Grundstücks, der nicht zuletzt durch den kanadischen Holzzaun entsteht, bleibt somit erhalten. Gegenüber der Terrasse möchte sie noch ein mit Rosen- und Clymatis umranktes Holztürchen einbauen, für die lange Holzfront auf der rechten Gartenseite hat sie Stauden und Büsche, z.B. Flieder und Schneeball vorgesehen.
Herzstück des Gartens bleibt die große Rasenfläche, viel Raum ist für Söhnchen Dylan eingeplant. Seine Spielecke, die bereits mit einem Sandkasten ausgerüstet ist, soll um eine Schaukel erweitert werden.
Der Gemüsegarten entsteht in der Ecke vor dem Carport. Erste Kräuter wachsen dort bereits, aber die ambitionierte Hobbygärtnerin sieht noch Potentiale schlummern.
Canada in Dallgow Dylan vor seiner Spielecke