Jetzt wird's spannend: Vorrunde zum Endausscheid

Am letzten Freitag wurde es spannend für die Teilnehmer des Gartenwettbewerbes: Neben dem turnusmäßigen Fototermin war fachkundiger Besuch angekündigt: Sabine Mittelmaier, Filialleiterin von Pflanzen-Kölle im Havelpark und ihre Mitarbeiterin Steffi Quast, die wichtigsten Juroren des Wettbewerbes, begleiteten uns durch das Wohngebiet.

Vorgarten Dekoration

Die erste Station führte zu Doreen Büttner in den Haselnussweg 8.

Vorgarten Der Vorgarten präsentiert sich diesmal mit völlig neuem Antlitz. Aus einem aufgelösten Garten im Oderbruch wurden Steine angehäuft, die das Grundstück zur Straße hin begrenzen. Mit Mutterboden aufgefüllt, beherbergen sie prächtige Kartoffelrosensträucher. "Mein Mann und ich sind Nord- und Ostseefans", erklärt Doreen Büttner. "Jetzt haben wir uns ein Stück Dünenbefestigung nach Dallgow geholt."

Die dekorative Alternative zum Gartenzaun gefällt den Fachfrauen, ebenso wie der kleine Teich, in dem sich Frosch und Wasserschildkröte sichtlich wohlfühlen.

Die Gärtnerin selbst ist unzufrieden mit ihrem Efeu, dessen Ranken das Gartenhaus nicht wirklich erobern möchten. "Nur Geduld", rät Steffi Quast. "Manchmal dauert das ein bis zwei Jahre. Es kann hilfreich sein, den Ranken mittels Klebeband den Weg zu weisen."

Beetwatch Unser Weg führt am Gartenhaus vorbei in den hinteren Teil. Stop am Gemüsebeet. Hier ging die Saat leider nur begrenzt auf. "Die Saatstreifen waren wohl nicht der Hit", bedauert Frau Büttner. Und dennoch: mit einer kleinen Erdbeerernte darf gerechnet werden. Bis zur Petersilienernte dauert es noch etwas, dafür wird es bald Radieschen geben. Auch mit den Stachelbeeren darf gerechnet werden. Also doch ein gärtnerischer Erfolg!

Es wird noch mehr zu naschen geben im Garten der Familie Büttner. Statt eines Zaunes begrenzen Johannisbeersträucher den hinteren Teil des Gartens. Das kleine, liebvoll angelegte Birkenzäunchen am seitlichen Rand dient hingegen nur zur Dekoration. "Das hat auch Nachteile", lacht Doreen Büttner. "Die Rehe lassen sich davon nicht abhalten. Eigentlich finde ich das ja toll, wenn sie bis in den Garten kommen, doch leider schmecken ihnen meine Rosen."

Dennoch bleibt Rehbesuch vorerst gestattet. Weniger gern gesehen sind die Schnecken, die sich nicht nur im Nutzgarten aufhalten, sondern auch die selbst gezüchteten Klematis anknabbern. Zum Abschied gibt es auch für dieses Problem einen fachmännischen Rat: "Salz hilft am besten gegen Schnecken. Das hat etwas die gleiche Wirkung, wie Salz auf Radieschen - es trocknet sie aus," erklärt Frau Mittelmaier.

"Ein liebevoll angelegter Garten mit viel Atmosphäre", loben die Fachfrauen später. "Mit einem klaren, naturnahen Konzept, dass sich perfekt in die Umgebung einfügt."

Sylvia Meidinger stellt ihren Garten als nächste vor.

Vorgarten Konzepterklärung

lila Blumen Ihr Konzept "Garten der Sinne", wird schon im Vorgarten deutlich. Wer sie besucht, wird nicht nur von bunter Blütenpracht empfangen, sondern auch von Düften betört. Neben Stockrosen, Lupinen, Rittersporn, tränenden Herzen, Dahlien und vielen Blumen, deren Namen sich der Laie kaum auf einmal merken kann, fließen auch die sanften Aromen südländischer Küchenkräuter ins Konzert der Düfte ein.

Wehmutstropfen: Ein Sonnenbrand hat den Rhododendron erwischt. "Nach ein, zwei Jahren gehen die Blätter aus, danach erholt er sich wieder", tröstet Steffi Quast. Dann wird der Wasserlauf besichtigt.

Brunnenkresse blüht diesmal im Bach, rosa Blüten und dunkelblaue Iris zieren die Ränder, hellblaue Wasservergissmeinnicht verzaubern den Teich. Kein Wunder, dass die Vögel gern zum Baden herkommen! Oberhalb des Baches wurden Birnenbäume angepflanzt "damit die Nachbarskinder etwas zum Naschen haben." Hier hegen die Fachfrauen leichte Bedenken. Obwohl es sich um Säulenobstbäume handelt, könnten die Bäume irgendwann ins Nachbargrundstück hineinwuchern. Das sollte auf so engem Raum bedacht werden.

Rosenspalier Ihre Pläne für den Bereich vor der Terrasse hat Frau Meidinger kurzerhand geändert. Statt Rasen soll es dort jetzt eine Streuwiese geben, um Schmetterlinge, Vögel und Hummeln anzulocken. Eine Totholzecke für Igel hat sie bereits angelegt.

Die Terrasse selbst ist noch im Werden. In voller Blütenpracht wird sie sich erst in den kommenden Wochen präsentieren. Noch sind die grauen Waschbetonsteine sehr präsent, mit denen die leicht angehobene Terrasse eingefasst ist, doch auch diese sollen irgendwann einmal überwuchert werden.

Viel Zuspruch von den Fachfrauen gibt es für das prächtige Rosenspalier, das sich für diese Jahreszeit schon ausgesprochen üppig präsentiert. Rot-, Gelb- und leichte Orangetöne mischen sich mit dem dunklen Grün der Blätter.

Die Jury zeigt sich beeindruckt vom Konzept des "Gartens der Sinne". Besonders die Idee, den Garten mit einem Bach anstelle eines herkömmlichen Zaunes zu begrenzen, gefällt den Fachfrauen. Sinnlich, vielfältig, mit viel Wissen und Leidenschaft angelegt, loben sie.

Weiter geht's im Rotdornweg.

Stolz Gartenhaus Frau Mittelmaier

Patricia Thoms führt uns stolz durch ihren Garten. " Kleiner Garten - viel drin" ihr Motto ist Programm. Hier wurde wirklich jeder Winkel genutzt. Wir beginnen unseren Rundgang am Rhododendronstrauch, begutachten das neue Gartenhaus und bewegen uns auf den Nutzgarten zu.

Kartoffeln Kartoffeln, Gurken, Rhabarber, Erd-, Him-, und Brombeeren wuchern dicht gedrängt im schmalen Gang zwischen Haus und Grundstücksgrenze. Platz für eine Zitrone, die schöne Urlaubserinnerungen wach hält, findet sich da auch noch.

Als Sichtschutz zur Straße dient eine dichte Bambushecke. Die kleine Tanne daneben will nicht mehr so recht. "Stehen lassen und im nächsten Jahr einen der neuen Triebe einsetzen", rät Steffi Quast.

Prächtig gedeihen die Tomaten vor dem großzügigen Hasenstall. Er wurde unlängst um ein Freigehege für die Langohren erweitert. In der Gartenmitte breitet sich die Spielwiese aus, ausgestattet mit allerlei Dingen, die Kindern im Sommer Spaß machen.

Die Hobbygärtnerin lebt sich an den Rändern aus. Da wuchert beispielsweise eine riesige Korkenzieherrinde, die einst als Osterstrauch begann und nun die Äste begehrlich in Richtung Nachbargarten reckt. Im Schatten des prächtigen Strauches gehen die bunten Sommerblumen fast unter. Die Kölle-Profis raten hier, die Zweige der Korkenzieherrinde hochzubinden, damit sich eine Baumkrone entwickeln kann und den kleinen Pflanzen Luft und Sonne bleibt.

Für Küchekräuter hat Frau Thoms eine Vorliebe. Besonders Pfefferminzpflanzen aus aller Herren Länder haben es ihr angetan. Und erst deren Duft, wenn sie an der Wäscheleine trocknen...

"Hier ist eine Gärtnerin aus Leidenschaft zugange," goutieren die Profis. Zwar ohne gärtnerisches Konzept und sehr spontan, aber mit Herzblut!

Canada in Dallgow steht als nächste Adresse auf dem Plan.

rosa Blüten Im Garten Blütenbeet

Welcome Das kanadische Holzhaus von Familie Kuhlmann fällt schon aus der Ferne durch leuchtend rosa blühende Hängetöpfe auf der Veranda auf. Ein Bär aus Holz heißt die Besucher willkommen, eine kanadische Eiche soll noch gepflanzt werden.

Nach wie vor ist das Grundstück zur linken Seite hin offen. Als Decoelement haben sich die befreundeten Familien auf ein Rosenspalier geeinigt. Im Spätsommer wird es rosa und weiße Blüten tragen.

Klematis, Rhododendron und Hortensien sind schon jetzt zu bewundern, wenn auch die volle Blütenpracht noch auf sich warten lässt. Ob alle Pflanzen auch genügend Sonne tanken können, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

"Ist denn der schattige Fuß für die Hortensie ausreichend?" fragt Eva Kuhlmann bang. Er istīs. Aber ausgedünnt sollte die Pflanze werden, "sonst erstickt sie die übrigen", rät Steffi Quast. Sabine Mittelmaier berät derweil den Hausherrn in Sachen Rasenpflege.

Wir wandern weiter zum Staudenhügel. Etwas mager wirkt er heute, die Frühblüher sind schon durch und für die Sommerpflanzen ist es noch zu früh. Sommerflieder, Hibiskus und co. brauchen noch Zeit. Aber vor dem Carport gibt es schon etwas zu sehen.

Prächtig gedeihen hier Gartenkräuter, Erdbeeren und andere Naschereien. "Eigentlich haben wir diese Ecke hauptsächlich für Dylan angelegt", verrät die Hausherrin. "Damit er Kräuter, Salat und Früchte nicht nur aus dem Laden kennt."

Steffi Quast ist begeistert. "Sie glauben gar nicht, wie wenig die Leute heute noch über Nutzpflanzen wissen", erzählt sie. "Ich erlebe im Laden sogar Kunden, die mich allen Ernstes fragen, ob die Apfelbäume im Haus überwintern müssen!" In solche Fettnäpfchen wird Dylan sicher nicht tappen müssen.

Gegenüber den Nutzpflanzen blühen Ringelblumen und Tagetes, weiß-rosa und himmelblau. Gelb gefüllter Oleander verziert die Terrasse, der Rosaton wiederholt sich in den Hängetöpfen.

"Ein schönes Farbkonzept, der kanadische Stil wurde sehr gut getroffen" , loben die Fachfrauen. Als ein wenig leer empfinden sie den Garten und auch zur Straße hin fehle noch etwas, urteilen sie. Aber bis zur Endausscheidung bleibt ja noch etwas Zeit!

Punktsieger in Sachen deutlichste Veränderung ist eindeutig Familie Bruhn/Schmidt in der Johanneststraße.

Im Gespräch Weg Hausfront

Obwohl diese Kategorie so eigentlich gar nicht vorgesehen war. Wenn man bedenkt, dass hier vor wenigen Wochen lediglich ein großer Sandhügel zu besichtigen war, ist Hochachtung vor der erbrachten Leistung angebracht!

Ordentlich planierter Rollrasen bestimmt die Fläche hinter dem Haus, ein idyllischer Natursteinweg mäandert in Richtung Holzterrasse, die wie ein Boot an der Grundstückgrenze "ankert". Der Stein wiederholt sich in einer gemauerten Fläche, auf Söhnchen Lucas mit den Nachbarskindern im Plastikpool planscht.

Obstecke Auch hier ist dank guter Nachbarschaft kein Zaun in Sicht. Damit die Kinder besser Ball spielen können, werden die Nachbarn ihren Rollrasen an den der Familie Bruhn/Schmidt ansetzen. Das erleichtert vieles. "Sobald ich den Grill anwerfe, kommen ohnehin gleich viele Kinder mit ihrem Stühlchen unterm Arm angerannt", erzählt Christiane Bruhn augenzwinkernd.

Blumenbeete sind in solchen Momenten nicht in Gefahr. Am linken Grundstücksrand, im Schutze der Obstbäume und im Vorgarten befinden sie sich auf sicherem Terrain. Diese Familie steht offensichtlich mehr auf Nutzpflanzen - auch der jüngste Spross läuft schon auf dieser Schiene. Ein ganzes Gemüsebeet hat Lucas sich angelegt. Ins Auge fällt ein Strauch mit zwei riesigen Paprika. "Die sind aber nicht selbst gezüchtet," verrät die Mutter. "Die hat er sich im Laden ausgesucht."

Lucas Eltern nutzen den Besuch der Fachfrauen, um dringende Gärtnerfragen los zu werden. "Müssen die Küchenkräuter ummulcht werden?" Nein, müssen sie nicht. Steffi Quast zeigt stattdessen, welche man besser umsetzen sollte.

"Was tun gegen die Löcher im Rasen?" "Nach und nach mit Mutterboden auffüllen, dann wächst er langsam nach." Wichtig sei es, wirklich gute Erde zu verwenden, betont Sabine Mittelmaier.

"Der Garten ist nach starken Regenfällen sumpfig. Was können wir tun?" Die Kölle-Profis empfehlen perforierte Drainagerohre und Kies. "Warum mag der Johannisbeerstrauch nicht gedeihen?" Der Boden ist zu sumpfig.

Ehe wir uns verabschieden, muss Steffi Quast noch schnell die Quecke besichtigen. Das ist eine besonders hartnäckige Unkrautart. "Da hilft nur eins: ausbuddeln, ausbuddeln, ausbuddeln", bedauert ihre Chefin.

Fazit des Besuchs: Das Besondere an diesem Garten ist die Schwerpunktsetzung. In keinem anderen Garten kommt den Nutzpflanzen eine vergleichbar hoher Stellenwert zu.

Am Wasserturm 42 beenden wir unsere Runde.

Gartenansicht umsehen blühender Vorgarten

Familie Latala hat die Gartenbepflanzung inzwischen so gut wie abgeschlossen und möchte jetzt eher das Leben im Grünen genießen.

Schöne Steine Mit praktischen Fragen werden Sabine Mittelmaier und Steffi Quast auch hier sofort bestürmt. "Was ist mit unserem Bambus los?" Braun statt grün sind die Blätter der Pflanze, die direkt an der Terrasse steht. Steffi Quast weiß auch hier Rat: "Die trockenen Blätter wird der Strauch abwerfen. Bambus ernährt sich von den alten Blättern, also auf keinen Fall vorzeitig aufgeben und die braunen Blätter dranlassen - auch wenn es nicht so schön aussieht. Zeit geben und organischen Dünger verwenden, dann kommt er wieder." Zu bedenken gibt sie allerdings, dass der Standort nicht perfekt gewählt ist. Die Wurzeln könnten irgendwann die Terrassensteine hochdrücken.

Rot dominiert das Beet hinter der Hollywoodschaukel. Das Leuchten von Mohn und Studentenblumen setzt sich kräftig vom weißen Bezug der Schaukel ab und harmoniert mit dem Blau des Hauses und den Bezügen der Gartenmöbel.

Als verbindendes Gestaltungselement finden sich die Studentenblumen in allen Teilen des Gartens wieder. Wir begutachten den neu verlegten Steinpfad und schauen in den Vorgarten.

Ballonblume, Trollblume, Nachtkerze und Salbei geben der Straßenfront Farbe. Die Sonne scheint hier nur bis zur Mittagszeit, Birgit Latala ist noch skeptisch, wie sich die frisch gepflanzten Blumen wohl entwickeln werden.

Ein wenig leer wirken die mit viel Freifläche gepflanzten Beete derzeit schon noch. Die Fachfrauen empfehlen zur Abrundung ein paar wintergrüne Ziersträucher. Dann verabschieden wir uns.

Wer genauer wissen möchte, wie die vorläufige Rangfolge aussieht, wird versuchen müssen, dies zwischen den Zeilen herauszulesen. Die Jury hüllt sich vorerst in Schweigen. Bis zur Siegerehrung wird es noch einen weiteren Fototermin geben. Für die Endausscheidung ist die erste Septemberwoche vorgesehen. Bis dahin bleibt es spannend.