Sommerfreuden und Charakterstudien

Schreibende Hand Bei der Themensammlung Schreibutensilien

Gleich mit zwei Überraschungen begann unser Schreibworkshop kurz vor Ende der Sommerferien:
Kaum hatten wir Christin und Thorge als neue Mitschreiber begrüßt, klopfte Besuch an die Tür: Herr Radon von der Märkischen Allgemeinen schaute herein, um sich ein Bild von unserem Tun zu machen.
"Da werden Tina und Vanessa sich aber ärgern;" kommentierte Jessica. "Sonst sind sie immer da, aber ausgerechnet heute, wo sie in die Zeitung kommen könnten, fehlen sie." Den Jungen dürfte es kaum anders gehen.

Der Aufregung zum Trotz ging es zügig zurück zur Tagesordnung. Stilarbeit für Fortgeschrittene" stand auf dem Programm und gestartet wurde wie so oft mit einem Schreibexperiment. Fällt ein Text anderes aus, wenn man an eine Sache oder Jahreszeit schreibt als würde man über sie schreiben? Wie schärft man mit einfachen Mitteln den Blick für sinnliche Erlebnisse?
Ein Brief an den Sommer und die Arbeit mit Inspirationskärtchen sollten helfen, diese Frage zu beantworten.

Übrigens: Richtige oder falsche Antworten gibt es beim kreativen Schreiben nicht, die individuellen Schreiberfahrungen sind das Ergebnis. Sie können später bewusst eingesetzt werden, um den Ideenfluss zu beeinflussen.

So verwundert es nicht, dass die Schreibprozesse unterschiedlich verliefen.
Die Einen erlebten, dass ihr Brief allgemeiner und umfassender ausfiel als der Text, der mit Hilfe eines Inspirationskärtchens verfasst wurde, die anderen bemerkten kaum einen Unterschied.

gesammelte Gedanken Mit viel Spaß und noch mehr Ideen beschäftigten wir uns anschließend mit der Aufgabe, die Hauptfigur einer kleinen Geschichte zu erfinden.
Auf der Basis von drei Sätzen über "Carolin", einem Mädchen, das von einem Pickel in Panik versetzt wird, kreierten wir gemeinsam eine komplette Lebenswelt. Besonders gut kam die arme Carolin dabei nicht weg, das Pickeldrama ließ sie in keinem guten Licht erscheinen.

Von Carolin ging es wieder zurück auf los:
Aus den Inspirationskarten der ersten Übung suchte sich jeder eine Karte eines anderen Gruppenmitgliedes aus und verarbeitete sie zu einer Geschichte. Im Mittelpunkt sollte eine Hauptfigur stehen, über die und ihr Leben indirekt einiges zu erfahren sein sollte.

Einige Hauptfiguren hatten eine gewisse Ähnlichkeit mit Carolin, waren aber mit einigen positiveren Eigenschaften ausgestattet. Thorge konzipierte einen wahren Fiesling und servierte uns mit einem ungewöhnlichen Plot zum Ende einen heftigen Lacherfolg.

Das nächste Schreibgruppentreffen findet am Freitag, 15. September, 16.30-18.30 Uhr in der Wilhelmstraße 4 statt. Neueinsteiger sind wie immer willkommen.