Texte aus dem Workshop 2006

Der wunderschöne Weihnachtsbaum
von Jessica Hornemann

Nadine war ein 12 Jahre altes Mädchen und liebte die Weihnachtszeit.
Sie hatte sehr viele Freunde, aber ihre beste Freundin hieß Steffi.
Sie hatten sich noch nie gestritten und gingen durch dick und dünn. Eines Tages, es war eine Woche vor Weihnachten, klingelte das Telefon. Ihre Mutter ging heran und kam in die Küche, wo Nadine gerade ein verflixt schweres Rätsel löste und sagte zu Nadine: " Is, für dich Nadine, Steffi ist dran." Als Nadine den Namen ihrer besten Freundin hörte, sprang sie auf und rannte zum Telefon.

"Hallo Steffi, was gibt´s denn?" fragte Nadine freudig. Steffi fragte, ob sie mitkommen wollte, einen Weihnachtsbaum aussuchen. Nadine fragte ihre Mutter, dann sagte sie Steffi Bescheid dass sie durfte und dass ihre Eltern mitkommen würden, um auch einen Baum zu suchen.

"So machen wir´s", sagte Steffi.
"Also, bis gleich!" verabschiedete sich Nadine.

Schon wenig später saßen sie bei Steffi im Auto und fuhren zum Weihnachtsbaumverkauf. Es dauerte eine Viertelstunde, bis sie angekommen waren, aber das war Nadine und Steffi egal. Sie interessierten sich mehr für die geschmückten Häuser. Bei einem der Häuser war an einer Schnur ein Weihnachtsmann angebracht, der an der Schnur herauf kletterte und dabei gar nicht bemerkte, dass ihm ein paar Geschenke aus dem Sack flogen.

Als sie dann beim Weihnachtsbaumverkauf ankamen, schlug Nadines Vater vor, dass Steffi und Nadine sich selber einen Baum suchen sollten. Nach ein paar Minuten vergeblichen Suchens fanden sie auch ein paar Weihnachtsbäume, die eigentlich ganz schön aussehen konnten, wären sie nicht zu breit, zu groß, zu klein und schief gewesen. Doch dann die Erleichterung!

Nadine sah ihn zuerst, einen schon fertig geschmückten Baum. Er war mit goldenen und silbernen Kugeln geschmückt und auf der Baumspitze thronte ein funkelnder Engel mit lachendem Gesicht.

"Wow, diesen Baum muss mein Vater unbedingt für uns kaufen", sagte Steffi, die inzwischen zu Nadine und dem Baum gestoßen war.

"Moment mal, ich habe den Baum zuerst gesehen", stellte Nadine klar.
"Na, und mein Vater wird ihn kaufen!" erwiderte Steffi zickig.
"Wird er nicht!" sagte Nadine laut.
Steffi erwiderte diese Antwort mit einem Schrei: "Wird er doch du blö…"
"Steffi!" Es war Steffis Vater, der sie unterbrach. "Warum schreit ihr denn so?", fragte er. So erzählte Nadine die ganze Geschichte aus ihrer Sicht und sah aus den Augenwinkeln, wie Steffis Gesicht sich zu einem Schmollen verzog.

"O.k.", sagte Steffis Vater. "Damit kein weiterer Streit aufkommt, werden wir die Entscheidung übernehmen!"

"Aber…", stammelte Steffi. "Hab´nicht das letzte Wort, Steffi", sagte Steffis Vater streng. Es dauerte ein paar Minuten, dann drehte er sich um uns sagte: "Wir haben uns dafür entschieden, dass Nadine und ihre Eltern den Baum bekommen werden. Du brauchst jetzt nicht zu protestieren, Steffi, es ist nur gerecht so, denn Nadine hat den Baum ja wohl zuerst gesehen."

Somit hatte Nadine den Baum und Steffi war stinksauer auf sie, ihren Vater, einfach auf alle! Das fand Nadine gar nicht gut, ihr einziger Trost bei dem Streit mit Steffi war, dass der Baum jetzt ihr gehörte.

Am Abend lag sie dann im Bett und dachte lange über den vergangenen Tag nach und schlief dann, traurig wegen Steffi, aber auch heilfroh, so einen schönen Baum zu besitzen, ein.

Am Abend vor Weihnachten kam Nadines Mutter in ihr Zimmer und wollte gucken, ob ihre Tochter schon schliefe, als sie sah, wie Nadine einen riesen Heulanfall bekam.

"Hey, was ist denn los, weinst du wegen Steffi?", fragte ihre Mutter ganz lieb. Nadine nickte und legte sich in den Arm ihrer Mutter.
"Morgen ist Weihnachten, Steffi und ich haben uns immer noch nicht vertragen und das soll das Fest der Liebe sein, ha, ha, ha," jammerte Nadine total niedergeschlagen.
"Weißt du was, geh´ du doch morgen zu Steffi, entschuldige dich bei ihr und frage sie, ob ihre Familie und sie nicht mit uns Weihnachten feiern wollen!", sagte Nadines Mutter.
"Warum soll ich mich denn entschuldigen? Sie ist doch sauer auf mich!", meckerte Nadine empört. Das ihre Mutter so etwas sagen konnte!
"Ja, aber genau das denkt sie auch von dir, dass du sauer bist auf sie, Nadine, du weißt dass ich recht habe".
Darauf erwiderte Nadine nur: "Ich überleg´s mir!"
Damit ging ihre Mutter aus dem Zimmer und Nadine schlief, nachdenklich über das Gespräch mit ihrer Mutter, ein.

Am nächsten Tag wachte Nadine sehr früh auf. Sie hatte eine Entscheidung getroffen: Sie würde zu Steffi gehen und sich entschuldigen! Als Nadine sich angezogen hatte, ging sie übers Wohnzimmer in den Flur. Doch vorher beäugte sie den Weihnachtsbaum noch einmal genauer und sagte leise: "Du blöder Baum, nur wegen dir haben Steffi und ich uns gestritten!" Damit ging sie den Flur entlang, öffnete leise die Tür und machte sich auf den Weg zu Steffi.

Als sie angekommen war, hatte sie ein ganz mulmiges Gefühl im Magen. Würde Steffi ihr verzeihen, würden die beiden überhaupt jemals wieder so gute Freundinnen werden, wie sie es einmal waren?

Gerade wollte sie klingeln, da ging die Tür auf und Steffi stand vor ihr.
"Äh, was machst du denn hier?", fragte Steffi verwundert und sauer.
"Ich, ich…", stotterte Nadine.
"Spuck´s aus, ich muss Brötchen holen", meckerte Steffi, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollte.
"Hör zu Steffi, ich wollte nur sagen, es, es tut mir Leid, das mit dem Baum und das wir uns jetzt gestritten haben", sagte Nadine und während sie diesen Satz sagte, stiegen ihr die Tränen in die Augen und sie fing an zu weinen.

"Hey, Nadine, nicht weinen, ist ja gut, ich, ich - es tut mir auch Leid, ich hätte dich nicht anschreien dürfen! Ich war einfach nur neidisch", sagte Steffi und fing ebenfalls an zu schluchzen. Die beiden nahmen sich in den Arm und weinten. Wenig später fragte Nadine: "Sei ehrlich, was wolltest du wirklich machen?"
"Ich wollte zu dir gehen und mich entschuldigen, aber du warst irgendwie schneller", gab Steffi zu.
"Wusst´ ich doch," sagte Nadine. "Ach so, ehe ich es vergesse, meine Mutter fragt, ob ihr bei uns Weihnachten feiern wollt? Also, ähm, ihr seid herzlich eingeladen!"
"Ja, klar, wir kommen gerne, besonders, weil wir sowiso nichts vorhatten!"
"Schön, also sehen wir uns nachher", sagte Nadine überglücklich und ging.

So feierten sie Weihnachten zusammen, Nadines Familie und Steffis Familie und die Mädchen waren überglücklich, wieder befreundet zu sein. Als sie vor dem wunderschönen Weihnachtsbaum saßen, haben sie sich geschworen, sich nie wieder zu streiten und so wurde es doch noch ein Fest der Liebe mit einem wunderschönen Weihnachtsbaum!


Langer Stau!
von Jessica Hornemann

"Endlich zu Haus", brüllte Carolin, als sie die große, weiße Villa betrat.
Sie hatten mindestens 10 Stunden im Stau gestanden, was natürlich total übertrieben war, sie waren gerade mal fünf Stunden unterwegs und davon drei Stunden im Stau.

Jedenfalls saß Carolin in ihrer Limousine und feilte ihre Nägel, weil einer davon abgebrochen war. "Wann sind wir denn endlich zu Hause? Mein Nagel ist abgebrochen und deshalb muss ich alle meine Fingernägel schneiden und noch lackieren, dann muss ich mich noch duschen, weil diese Hitze hier im Auto total unerträglich ist und ich total nass geschwitzt bin und meine Schminke verlaufen ist. Außerdem ist meine Frisur total zerzaust!", nörgelte Carolin. So ging das die ganze Autofahrt über.

Ihre Eltern hatten großes Mitleid mit ihrer ach so armen Tochter und trösteten sie andauernd.

James, der Butler, hatte schon Kopfschmerzen. Aber er tat, als würde er das kleine, verwöhnte Gör total bemitleiden und war dann heilfroh, als er Carolin und ihre Eltern zu Hause abgeliefert hatte und endlich eine Kopfschmerztablette schlucken konnte.


Katze für Kevin
von Thorge Thomsen, 12 Jahre

Kevin war sauer. Stocksauer! Jetzt hatte ihm dieser Trottel von Biologielehrer Herr Reichelt eine Katze zur Untersuchung überlassen. Herr von Störtebecker, der 63. hieß sie. Wie kindisch! Razzo wäre besser. Eigentlich wollte er die Katze sezieren, aber das hatte der Lehrer verboten. Egal. Er musste die Katze untersuchen, aber wann? Heute ging es nicht, heute ging er noch in die Disco, morgen jobbte er wieder als Drogenkurier. Also musste es übermorgen sein.

3 Tage später:
In der Biostunde las der Lehrer den Bericht. Seine Augen wurden immer größer und sein Mund öffnete sich immer weiter bis sein Gebiss heraus fiel! Dann brüllte er: "Was sehe ich da, Müller-Meyer-Schmidchen, hier fehlt folgendes:

"Auf Haschisch reagieren Katzen interessant. Sie befinden sich in Trance und fressen ihren eigenen Schwanz auf. Auf Crack, Marihuana und Hanf werden sie größenwahnsinnig und springen aus dem Fenster. Reibt man die halbtote Katze dann mit Öl ein und drückt eine Zigarre auf ihrem Fell aus, brennt sie und ist ein Fall für den Tierfriedhof.

"Das ist ungeheuerlich, Müller-Meyer-Schmidchen! Das ist so unverantwortlich! Da fehlt ein Komma!"


Versaute Pool-Party
von Christin Bachmann, 9 Jahre

Ich kannte ein Mädchen, das hieß Maila.
Maila ging einmal zu einer Pool-Party. Als sie ankam - sie hatte ihren neuen Jeans-Minirock an - wollte sie sich gleich etwas zu trinken holen. Als sie die Gastgeberin sah, ihre beste Freundin Anka, war sie glücklich.

Anka kam auf sie zu und fing an, mit Maila zu quatschen. Sie sagte: "Hey, da bist du ja endlich! Komm mit in den Pool, das Wasser ist herrlich! Hast du nicht deinen neuen Jeans-Minirock an?"
Sie antwortete: "Ich hole mir erst etwas zu trinken und ja, ich habe meinen neuen Jeans-Minirock an."
Dann holte sie sich etwas zu trinken. Als Jana ihr etwas eingießen wollte, schwappte die Cola-Sprite-Mischung auf ihren Rock. Sie schrie so laut sie konnte: "Ahhh, mein neuer Jeansrock!"
Zum Trost ging sie in ihrem neuen Badeanzug schwimmen.
Als sie Abendbrot essen wollte, spritzte Ketchup auf ihr Top. "Das reicht!", schrie sie und ging.


Der versaute Kinotag
von Euandra Budke

"Super!" Freudestrahlend rennt Jaqueline die Treppe runter. "Mami, stell Dir vor. mein Freund hat mich ins Kino eingeladen!" "Toll, und wann geht's los?" "Morgen, Peter holt mich mit seinem Auto ab", antwortet sie.

Am nächsten Tag fahren Peter und Jaqueline zum Kino. Jaqueline hat ihr neues, bauchfreies T-Shirt und einen knallroten Minirock an. Peter kauft für beide Karten, Popcorn und Cola. Leider verschluckt sie sich an dem Popcorn. Peter klopft ihr auf den Rücken und erwischt dabei ihren blauen Fleck. Jaqueline schreit auf und Peter stößt vor Schreck die Cola um. Schwarzbraune Flüssigkeit ergießt sich über Jaquelines Minirock. Wütend steht sie auf. "Was fällt dir ein?", schreit sie Peter an und verlässt das Kino.

Draußen wird ihr erst bewusst, was sie getan hat.
Sie hat kein Geld und keine Ahnung, wie sie nach Hause kommen soll. Zu allem Überfluss hat sie auch noch ihren goldenen Ohrring verloren. Was soll sie tun?


Das Zauberkleid
von Vanessa Thamke

Wie jeden Morgen ging die 15 jährige Angelina zur Bushaltestelle, um von dort aus mit ihrer Freundin Katharina zur Schule zu fahren.

"Hi Kathi, na wie geht's dir?" fragte Angelina als sie Katharina entgegen ging. "Och, mir geht's super und dir?" antwortete sie. "Sag mal hast du das mit dem Abschlussball gehört?" Angelina schaute ihre Freundin verdutzt an. "Welcher Abschlussball?" fragte sie. "Na der in unserer Schule in drei Tagen." "Nein, davon weiß ich nichts und da dürfen wir hingehen?" antwortete Angelina. "Na klar, ich weiß auch schon was ich anziehe." meinte Kathi.

"Kathi komm schnell der Bus." Die beiden Mädchen hechteten in den Bus. Sie unterhielten sich den ganzen Tag über den Ball und über das, was sie anziehen wollten. Zu Hause angekommen, ging Angelina in ihr Zimmer und durch wühlte ihren Kleiderschrank. Sie fand aber kein schönes Kleid und die Lehrer bestanden darauf, dass alle Mädchen ein Kleid tragen müssen.

Angelina ging ein wenig enttäuscht zu ihrer Mutter und erzählte ihr davon. Sie hoffte, ihre Mutter hätte eine gute Idee. Und das hatte sie auch.

"Angelina im Keller ist etwas das könnte dir gefallen." sagte ihre Mutter. Die beiden gingen in den Keller und die Mutter suchte in einigen Kisten nach etwas. Endlich hatte sie es.

Sie hielt ein rosafarbenes, mit Pailletten besticktes, Kleid hoch. Angelina wusste nicht was sie sagen sollte, so fasziniert war sie.

"Das war mein Abschlussballkleid. Schön oder?" "Ja" stammelte Angelina. "Es ist perfekt, das will ich auch tragen." "Sieh mal, die passenden Schuhe habe ich auch und das Beste: Ein kleines Diadem."

Endlich war der Tag gekommen. Angelina saß auf dem Rand der Badewanne und ihre Mutter machte ihr die Haare zu recht. "Du wirst toll aussehen", meinte ihre Mutter. "Oh, komm schnell. Ich bring dich." " Danke Mama."

In der Schule angekommen, verabschiedete sich Angelina von ihrer Mutter und ging zu Katharina, die schon auf sie wartete. "Mein Gott, siehst du Hammer aus", staunte Katharina. "Danke, aber du auch", antwortete Katharina.

Die Beiden gingen in Richtung Turnhalle, von wo aus schon tolle Musik zu hören war. Angelina öffnete die Tür, und sie gingen zur Garderobe, um ihre Mäntel abzugeben. Anschließend stellten sie sich an den Rand der Tanzfläche und schauten den wenigen Paaren beim Tanzen zu. Die beiden waren sehr aufgeregt und wussten nicht ob sie tanzen sollten. " Ich hoffe Michel fordert mich zum tanzen auf." flüsterte Katharina. "Also, mir ist es eigentlich egal wer mich auffordert," meinte Angelina. "Aber schon wäre es wen Alex aus der 10. mich fragt."

Nach ungefähr einer halben Stunde, in der die Mädchen einfach nur so rum standen, kam ein großer Junge in Anzug auf die beiden zu. "Schau mal Kathi da kommt Michel, der hat dich schon die ganze Zeit so angeguckt." tuschelte Angelina.

Sie hatte Recht. Michel ging auf sie zu und bat Katharina um einen Tanz. Sie strahlte den ganzen Abend über. Auf einmal kam Alex zu Angelina. "Wollen wir tanzen?" fragte er. "Klar, gerne." antwortete Angelina. Die Beiden tanzten den ganzen Abend bis sie nicht mehr konnten. Als die Mädchen nach Hause mussten, verabschiedeten sie sich von den Jungs und warteten vor der Turnhalle auf ihre Eltern.

Am nächsten Tag gingen sie wie gewohnt in die Schule und wollten sich mit den Jungs über den gestrigen Abend unterhalten. Michel war auch immer noch wie gestern. Aber Alex beachtete Angelina gar nicht. Sie war traurig und enttäuscht. Sie ging mit Tränen in den Augen nach Hause.

Nach Tagen, in denen Alex kein Wort mehr mit Angelina gewechselt hatte, so tat als würde sie nicht existieren und Kathi und Michel immer noch glücklich zusammen waren, zog Angelina das Ballkleid noch einmal an.
Es klingelte und vor der Tür stand Alex. Angelina erschrak, denn sie dachte, er wollte zu ihr aber er wollte nur zu ihrem großem Bruder. Sie ließ ihn vorbei und ging zurück in ihr Zimmer. Irgendwie war sie sauer auf Alex. Erst spielte er ihr die große Liebe vor und dann das. Angelina ließ das Kleid an da sie sich so besonders fühlte.

Ihre Tür schlug auf und Alex stand im Türrahmen. "Angelina ich liebe dich." meinte er. Doch das hatte er auch auf dem Ball gesagt. "Was wirklich?" fragte sie verdutzt obwohl sie ihm nicht ganz glauben wollte. "Ja aber natürlich, wo warst du den die letzten Tage." Angelina wurde stutzig. "Ich war doch die ganze Zeit in der Schule ..." "Alex deine Mutter steht unten." rief Angelinas Bruder. "Ich komme." antwortete er. "Tschüss meine Süße." "Ja tschüss dann." murmelte sie. Angelina setzte sich auf ihr Bett und dachte über das nach was eben geschehen war.

In diesem Moment kam ihre Mutter ins Zimmer und sah ihre Tochter so da sitzen. Sie setzte sich neben Angelina und erzählte ihr von ihrer ersten großen Liebe und davon, dass diese nicht lange hielt. Der Grund dafür war das Kleid. Denn der Freund von Angelinas Mutter liebte sie nur, wenn sie das Kleid trug. Genau wie bei Angelina! Die beiden versprachen sich, das Kleid NIE wieder zu tragen. Denn Angelina wollte einen Freund der sie mochte und nicht ihr Kleid.


Ein mittelalterlicher Geburtstag
von Christina Klotz

Es war wieder mal so weit. Der Häuptling von Riesdorf hatte Geburtstag.
Er hieß Julio und dies war schon sein 50. Geburtstag. Also auch noch ein runder Geburtstag und das bedeutete noch mehr Arbeit.
Die fünf reichsten Bauern mussten jeweils einen ihrer prächtigsten Stiere für das Festbankett schlachten. Das lag daran, dass bei jedem runden Geburtstag immer so viele der reichsten Bauern einen Stier schlachten mussten, wie die erste Zahl es vorgab. Deshalb hoffte man auch, dass der Häuptling nicht mehr so viele Geburtstage hatte.
So wollte er aber ein reich gedecktes Festbankett.

Von den restlichen Bauern erwartete er ein Zehntel ihrer Ernte. Daraus mussten die Frauen Gebäck backen. Da er aber sehr viele Bauern hatte, mussten die Frauen Tag und Nacht arbeiten. Außerdem schickte er seine besten Jäger in den Wald, damit sie ihm Wildschweine fingen.
Andernorts ließ er Mengen von Bier produzieren. Dann sollten die Näherinnen ihm einen neuen Anzug nähen.
Und all dies musste der arme Hans kontrollieren. Ständig musste er irgendwo hin und Rat geben.

Doch dann, einen Tag vor dem Fest, wurde Hans krank und konnte nicht mehr aufstehen. Dadurch lief an diesem Tag alles schief und es wurde nur die Hälfte der Arbeit verrichtet. Deshalb trafen sie sich abends um zu beratschlagen, was zu tun sei. Die Einen sagten, dann habe der Häuptling eben Pech, die Nächsten wollten die Nacht durcharbeiten.

Ganz zum Schluss, als sie nichts mehr wussten, sagte der Älteste: "Wie wäre es, wenn wir den Tag im Kalender des Häuptlings einfach nicht abstreichen würden?" Und so machten sie es dann. Niemand strich wie üblich den Tag ab, sondern erzählte es dem Häuptling. Dadurch gewannen sie noch einen Tag und konnten ihre Arbeit fertig stellen.

Am Tag darauf war auch Hans wieder gesund es wurde ein wunderbares Festbankett.
Seitdem beginnt das Jahr in Riesdorf einen Tag später als in allen anderen Dörfern und der Häuptling hatte auch immer einen Tag später Geburtstag als in den Jahren davor.