Texte aus dem Workshop

Dracula mit Hexenschuss
von Thorge Thomsen

12 Uhr die Glocke schlägt,
so ist es nun sehr spät.

Es ist jetzt Mitternacht
und Dracula ist aufgewacht.

Er ächzt und stöhnt die ganze Zeit,
denn es ist nun bald so weit,

Er muss auf Beute gehen,
ich meine Menschen und nicht Feen.

Er trinkt ungern Blut aus der Konserve,
trotzdem hat er immer etwas auf Reserve.

So fliegt er raus aus seinem Haus,
am Anfang fängt er nur ne' Maus.

Auf einmal riecht er Menschenblut,
deshalb ist er auf der Hut.

Er stellt sich hinter nen Holunderbaum,
und hebt ganz leis´ den Mantelsaum.

Da sieht er kommen ein Mädchen um die Ecke,
und er springt schnell aus dem Verstecke.

Es läuft davon, doch Dracula schnell hinterher,
danach tut das Mädchen keine Schritte mehr.
Da hilft kein Kreischen, da hilft kein Schrein,
denn Dracula holt jeden ein.

Es gibt noch von sich einen letzten Laut,
dann senken sich Draculas Zähne in ihre Haut.

Er trinkt und trinkt und trinkt das Blut,
ach Herrgott, wie tut das gut.

Er jagt noch ein paar Menschen mehr,
denn seine Konserven sind fast leer.

Hat er reichlich Fang gemacht,
ist es nicht mehr Mitternacht.

Auf einmal bricht zusammen er,
Hunger hat er keinen mehr.

Auf dem Boden krümmt er sich,
es geht ihm wirklich widerlich.

Er fliegt zurück in seine Gruft,
der alte, elende Schuft

Dann legt er sich in seinen Sarg,
die Schmerzen werden allzu arg.

Für heute Nacht, da macht er Schluss,
denn Dracula hat Hexenschuss.


Pilgerfahrt nach Heiligendamm
von Thorge Thomsen

Die ganze Welt guckt auf Deutschland. Zum dem Großereignis sind sogar Kamerateams aus Amerikanisch-Samoa angereist. Zum G8- Gipfel. Dieses Jahr findet er nicht in Seattle, Rom oder Paris statt, sondern am Arsch der Welt in Heiligendamm. Von überall her reisen die Leute an, um eins der größten Bauwerke aller Zeiten zu sehen: den legendären Zaun von Heiligendamm, bei dessen Anblick sich so mancher an seine Jugend in der DDR erinnert.

Auch Otto, Kalle und Josh sind an die Ostsee gekommen, um das G8-Feeling mitzuerleben. Die Drei kommen aus einem kleinen Dorf, das jenseits von Gut und Böse und allen Nachrichtenwegen liegt. Dort war vor kurzem ein verirrter Wanderer vorbeigekommen, der bei einer geselligen Runde und ein paar Bieren vom Gipfel erzählt hatte. Da sie nur eine geringe Auffassungsgabe besitzen, hatten die Drei von seiner Rede nicht viel mitbekommen. Nur, dass dort viel los sein müsse und man mal wieder richtig auf den Putz würde hauen können. Dort mussten sie hin. Also nichts wie rauf auf die Mofas und mit 180 auf der Landstraße in Richtung Norden.

Dort schließen sie sich kurzerhand einer Reisegesellschaft von schwarz gekleideten Leuten mit vermummten Gesichtern an, die bis zum Zaun wollen und dort, wie sie sagen, etwas stiften müssen. Solche Menschen hatten die Drei noch nie gesehen. Doch etwas stiften gehen, das hörte sich gut an.

Am Zaun treffen Kalle, Josh und Otto viele andere Leute, einer merkwürdiger als der andere. Auf der einen Seite Menschen mit ungepflegten, zotteligen Haaren und in Lumpen gehüllt, auf der anderen ein Heer von kahlköpfigen Männern, die die Arme hebend Lieder grölen. Zu guter Letzt sind da noch Leute, die ganz normal aussehen und mit Trillerpfeifen und mit riesigen Plakaten am Zaun entlang ziehen.

Dort nehmen sich viele einen Pflasterstein als Souvenir, der aber sofort wieder weggeschmissen wird. Meist wird dabei einer der zahlreichen grünen Sicherheitsleute getroffen, die die vielen Geschenke umwerfend finden.
Kalle, Josh und Otto denken, das wäre hier Brauch und machen ebenfalls mit.
Auf einmal wird Kalle von zwei Polizisten zu Boden geworfen und mitgenommen.

Otto und Josh bleiben verwundert stehen und fragen sich, ob ihr Freund jetzt ein Dankeschön für die vielen Geschenke bekommt, die er verteilt hat. Dennoch machen sich furchtbare Sorgen um ihn, denn sie wissen nicht, wo er ist. "Wahrscheinlich", meint Otto "hat man ihm eine Besichtigung des Hotels angeboten, von dem hier überall die Rede ist."

"Genau, lass uns auch versuchen, ins Hotel zu kommen, denn ich möchte es auch einmal sehen, bevor wieder nach Hause fahren", erwidert Josh. Deswegen werfen sie gleich die doppelte Anzahl an Pflastersteinen. Schließlich kommt ein Dutzend Beamte und nimmt die Beiden mit.

Zuerst sperrt man sie in einen geräumigen Polizeiwagen, wo sie Kalle wiedertreffen. Auch einige Leute aus der Reisegruppe sehen sie dort wieder. Der Wagen setzt sich in Bewegung und alle werden ganz unruhig, da sie sich auf das Hotel freuen.

Am Hotel angekommen, beginnen einige ihrer Mitfahrer zu treten und zu schlagen.
Kalle, Josh und Otto denken, dies sei eine Sitte zur Begrüßung, denn "die Ostseeer" scheinen ja ein komisches Völkchen zu sein. Deswegen beginnen auch sie, um sich zu hauen. Auch diesmal werden sie zu Boden geworfen. Jetzt bekommen sie sogar als Aufmerksamkeit seltsame, silberne Ringe um die Handgelenke, die mit einer schönen, glänzenden Kette verbunden sind.

Alles in allem gefällt es den dreien im Hotel ganz gut. Ohne danach fragen zu müssen, dürfen sie eine Nacht dort verbringen. Doch am nächsten Morgen werden sie dazu genötigt, das Hotel zu verlassen und kehren nach Hause zurück.

Noch Jahre später erzählen die drei von damals. Denn sie waren dabei. In Heiligendamm.


Gedichte von Jessica Hornemann

Ich und Du, Du und Ich!
Ich sehe Dich,
nur Du siehst mich nicht.
Ich beobachte Dich,
doch Du denkst, mich gibt es nicht.
Ich spüre Dich,
aber Du spürst nichts.
Du liebst mich und ich…,
ich vergesse Dich!

Schlüssel
Den Schlüssel zu meinem Herzen
Findest Du immer
Doch den Schlüssel zu Deinem Herzen
Finde ich nimmer,
denn er liegt bei ihr
in ihrem Zimmer!

Warum?
Warum macht Ihr das?
Bin ich Schuld?
Wie könnt Ihr
! Warum schweigt Ihr??
Ist es wirklich wegen mir?
Wenn Ihr kommt, werde ich gehen!
Warum?? Wieso???

Regen
Du stehst da
so ganz alleine, du wirst nass
so ganz allein im Regen!
Doch ich bin da!
immer da, egal wo
ich bin bei Dir!
deshalb halte ich jetzt den Schirm über Dir!

Boring!
Boring is mia
und dia?
Geht es dia genauso
Wie mia?
Sehnst du dich au
so nach der Pause
wie ich mia?
Is dia au so
Boring wie mia?


"Halt die Fresse"
von Vanessa Thamke, 14 Jahre

Nein, das sind nicht die Worte eines Jugendlichen zu einem Erwachsenen. Es ist genau anders herum.

Der Bus ist voll und ein ca. 16 jähriger Junge holt aus seiner Tasche eine Packung Kekse und isst. Ein sogenannter Busbegleiter spricht den Jungen an.

Er soll sein Essen wieder wegpacken. Der Junge reagiert etwas pampig und will den Grund dafür wissen.

"Halt die Fresse und werd` erst mal erwachsen.", schreit der Mann den Jungen an.

Der Junge reagiert nicht darauf, stattdessen unterhält er sich mit seinen Freunden. Daraufhin wird der Junge aus dem Bus geworfen.

Wie ich jetzt erfahren habe, ist das Essen in Bussen tatsächlich verboten. Vielleicht ist es also richtig, dass der Junge darauf hingewiesen wurde. Doch die Art wie der Busbegleiter mit dem Jungen gesprochen hat, ist für mich völlig unverständlich. Im Bus waren auch jüngere Kinder und viele andere Jugendliche. Sie alle haben das miterlebt und wir fragen uns jetzt: Wo bleibt der Respekt uns Kindern und Jungendlichen gegenüber?

Warum sollen wir uns anders verhalten, als wir es von den Erwachsenen vorgelebt bekommen.


Mathe macht Spaß- Die Matheolympiade
von Thorge Thomsen

Mathe soll Spaß machen? "Unsinn"! denken jetzt sicherlich viele von euch, aber ich möchte euch das Gegenteil beweisen. Wie in jedem anderen Schulfach gibt es auch in Mathe viele Wettbewerbe. Einer heißt "Matheolympiade" und ist zur Förderung Mathematik begeisterter Jugendlicher gedacht. Die Matheolympiade ist der größte, bundesweit angebotene, Stufenwettbewerb im Fach Mathematik. Die erste Stufe wird schulintern ausgetragen. Die zweite kreisweit, die dritte bundeslandweit und bei der vierten Runde treffen sich die Besten aus ganz Deutschland.

Der Wettbewerb wird durch den Bundespräsidenten gefördert und ist in sieben Altersstufen, für die 5. bis 13. Klasse ausgeschrieben. Ihr Gründer ist unbekannt, doch gab es sie schon in der DDR, und sie findet nun zum 46. Mal statt. Brandenburg stellt zum 17. Mal eine Mannschaft (10 - 12 Schüler) für das Bundesfinale, das dieses Jahr in Karlsruhe stattfindet und jedes Jahr in einem anderen Bundesland ausgetragen wird.

Bei uns in Brandenburg gibt es den "BLIS", den Brandenburgischen Landesverein zur Förderung mathematisch- naturwissenschaftlich- technisch interessierter Schüler, einen Verein, dessen einzige Aufgabe die jährliche Durchführung der Matheolympiade in Brandenburg ist.
Ich hatte mich für die dritte Stufe, den Bundeslandausscheid, qualifiziert. Ihr denkt jetzt sicherlich, man muss sich für solch einen Wettbewerb furchtbar gut vorbereiten, doch das stimmt nur halb. Für die Matheolympiade kann man schon etwas üben. Ich habe ein paar Aufgaben gerechnet, die dem Typ der Matheolympiade-Aufgaben entsprechen. Aber im Wettbewerb selbst ist es wichtiger, dass man gut kombinieren kann. Das ist auch der Reiz an diesen Aufgaben. Ich möchte euch einmal eine Aufgabe, wie sie uns Sechstklässlern gestellt wurde, zeigen: Drei Jungen und drei Mädchen befinden sich zusammen an einem Ufer. Sie wollen alle auf die andere Uferseite, haben aber nur ein Boot, in dem zwei Personen Platz finden. Jeder Junge ist mit einem der drei Mädchen befreundet. Er will nicht, dass seine Freundin mit einem der beiden anderen Jungen alleine ist, sei es an den Ufern oder im Boot. Als Gegenleistung wollen sich die Mädchen ausruhen und nur die Jungs dürfen rudern. Wie viele Fahrten muss es geben und wer sitzt jeweils im Boot?
Wie immer in Mathematik wird natürlich das Ergebnis bewertet. Aber auch der Lösungsweg spielt eine große Rolle. Wenn man nicht haargenau aufschreibt, wie man zu einem Ergebnis gekommen ist, gibt es Punktabzüge. Man muss also genau überlegen, was man schreibt und oft um die Ecke denken. Dass die einfachste nicht immer die richtige Lösung ist, ist das Spannendste an der Matheolympiade.

Als ich an der Matheolympiade teilgenommen habe, musste ich einen Tag nicht zur Schule, denn der Wettkampf ging von Freitag bis Sonntag. Mit meinen Freunden, die sich ebenfalls qualifiziert hatten, bin ich mit dem Zug nach Blossin bei Königs - Wusterhausen gefahren.

Zunächst gab es eine Begrüßung und eine Einweisung. Anschließend hatten wir Zeit, um uns in unseren Hütten, wo wir zu sechst wohnten, einzurichten. Danach wurde auch schon die erste Klausur geschrieben. Insgesamt haben wir zwei Klausuren à drei Aufgaben geschrieben, die jeweils über vier Stunden gingen und sehr anstrengend waren.

Ihr fragt euch wahrscheinlich, wie man sich vier Stunden am Stück konzentrieren kann. Ich hatte das Glück, so tief in den Aufgaben versunken gewesen zu sein, dass mir gar nicht auffiel wie schnell die Zeit verging. Ich war so versessen darauf, die Aufgaben zu lösen, dass ich hochkonzentriert war und diese Konzentration auch nicht riss. Ab und zu wurde ich aber doch müde, dann habe ich eine Pause eingelegt, bin aufs Klo gegangen um mich ein wenig zu bewegen und habe Traubenzucker gegessen, um mein Hirn frisch zu halten.

Hinterher gab es ein vorzügliches Abendessen. Danach konnte man an einem Schach- oder Skatturnier teilnehmen, oder wie ich einen Western sehen. Um 22 Uhr war dann leider schon Bettruhe.

Der nächste Tag begann um sechs Uhr. Nach dem Frühstück gingen wir zur zweiten Klausur. Vier Stunden später begann die Arbeit hinter den Kulissen. Die Jury- Mitglieder kontrollierten 240 Arbeiten, denn wir waren ungefähr 120 Teilnehmer. Wir vertrieben uns derweil die Zeit mit Tischtennis und anderen Aktivitäten.

Am nächsten Tag war es dann so weit, die Sieger standen fest. Ich habe leider keinen Podiumsplatz belegt, aber einer meiner Freunde ist dritter geworden und ich habe mich mit ihm gefreut. Nach der Siegerehrung fuhren wir nach Hause.

Uns Havelländern hat die Matheolympiade sehr viel Spaß gemacht. Wir sind sehr gut miteinander ausgekommen und fühlten uns wie eine große Mathe-Familie. Viele von uns interessieren und beschäftigen sich schon seit langem mit der Mathematik, doch trotz guter Vorbereitung waren einige Aufgaben für den einen oder anderen nahezu unlösbar. Es gab einige harte Nüsse zu knacken, und die Jury hat sehr streng bewertet!

Herr Dohnke, ein Lehrer aus dem Goethe-Gymnasium in Nauen, erzählte mir, dass sich Lehrer und Professoren aus ganz Deutschland die Aufgaben ausdenken. Viele der Betreuer haben selbst einmal als Schüler an der Matheolympiade teilgenommen und sind in den BLIS eingetreten, weil sie die Matheolympiade weiterführen wollten, so wie Herr Dohnke.

Ich finde es toll, dass ich an der Matheolympiade teilgenommen habe, weil sie wirklich Spaß gemacht hat. Nächstes Jahr möchte ich gerne wieder dabei sein.

So, jetzt wisst ihr, was die Matheolympiade ist, und wer jetzt immer noch denkt, Mathe ist doof, soll den Artikel noch einmal lesen.


Rennen, Klettern, Fußball
Am liebsten haben Dallgower Erstklässler die Pause

von Euandra Budke

Kinderlärm und Geschrei, ein paar Kinder rennen den Gang entlang. Die Zweigstelle der Grundschule in Dallgow ist gut besucht. Im Klassenraum der 1 b ist es ziemlich eng. 28 Kinder lernen hier, mit ihrer Klassenlehrerin Frau Junghans.

Nach Dallgow ziehen viele Familien mit ihren Kindern. Fast täglich entsteht ein neues Haus im Neubaugebiet bei der Grundschule "Am Wasserturm". Deswegen ist die Schule schon viel zu klein. Nun lernen die ersten Klassen abgesondert von den Großen in einer Zweigstelle an der Wilmsstraße.

"Guten Morgen!", begrüßt Frau Junghans die Klasse. " Guten Morgen!", murmelt die 1b zurück. Hefter und Federmäppchen liegen vor ihnen auf den Tischen. Die Jacken hängen an der Garderobe. Nichts steht dem Unterricht im Wege. Nichts? Doch, draußen vor dem Fenster arbeiten die Bauarbeiter an einer neuen und größeren Schule. Das macht natürlich Krach. Ungefähr die Hälfte der 28 Kinder stört der Lärm vor dem Fenster. Doch zum Glück ist der ja bald vorbei, denn im Sommer soll die neue Schule fertig dein.

Und was wünschen sich die Kinder für ihr neues "Domizil"? Einen neuen Pausenhof natürlich! Viele wollen den Hortspielplatz nicht mehr und stattdessen lieber einen neuen und interessanteren. Am besten mit mehreren Recks, einer oder mehreren Schaukeln und vielen Versteck- und Rennmöglichkeiten. Ein paar Büsche und Bäume und ein bisschen Rasen. Außerdem Bänke für die Hofaufsicht, Tischtennisplatten, einen Fußballplatz, ein Trampolin, Tische, wo man sein Frühstücksbrot verspeisen kann und das Wichtigste: eine Kletterspinne. Der alte Pausenhof ist nicht halb so schön. Ein paar Bäume, ein paar Klettermöglichkeiten, eine Schaukel und Sand. Kein Wunder, dass über die Hälfte der Klasse sich einen neuen Pausenhof wünscht. Größere Klassenräume und funktionsfähigere Toiletten war auch noch ein Wunsch. Wünschenswert wäre noch, dass der größte Wunsch der Kinder in Erfüllung geht: "Immer fiel schpass und fargnügen."


Freizeitangebote in Dallgow-Döberitz - Besser als ihr Ruf?

Mit Bürgermeister Jürgen Hemberger sprachen Christina Klotz und Jessica Hornemann

Wie kommt der Eindruck zustande, es gäbe kaum Freizeitangebote für Jugendliche in Dallgow? Wahrscheinlich liegt es daran, dass Veranstaltungen oder Workshops, wie es sie zum Beispiel im Jugendclub gibt, meist vorher nicht öffentlich bekannt gemacht werden, vermutet Bürgermeister Jürgen Hemberger. Denn eigentlich habe der Dallgower Jugendclub viele Angebote und die Betreuer würden sich immer über neue Anregungen freuen. Der Jugendclub wurde kürzlich vergrößert und neuerdings stehen sogar PCs zur Verfügung.

Die Gemeinde plane außerdem in den nächsten Jahren einen Sportplatz an der Hamburger Chaussee zu bauen, berichtete der Bürgermeister im Gespräch. Dort werde neben dem Sportplatz auch noch eine Skaterbahn entstehen. Der Sportplatz müsse am Rand des Dorfes sein, da nicht in der Nähe von Wohngebieten gebaut werden darf.

Auch in der Bibliothek gegenüber dem Gemeindehaus finden auch oft Veranstaltungen statt, die leider vorher nicht angekündigt werden. Der Bürgermeister will sich um eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit kümmern.


Mord auf dem Bauernhof
von Christina Klotz

Timo dachte lange nach. Wer noch könnte seine Else umgebracht haben?
Else war Timos Lieblingsgans. Timo war der Sohn von Bauer Schulze im kleinen Örtchen Lugrup. Lugrup hatte nur 20 Einwohner, es konnten also nicht viele für den Mord an Else verantwortlich sein.

Timo hatte schon alle seine Freunde befragt, ob jemand seine Gans Else, welche letztes Jahr mit dem Schönheitspreis ausgezeichnet worden war, gesehen hatte. Doch alle verneinten. Als nächstes suchte er den Straßengraben der einzigen Straße ab, die durch Lugrup führte. Doch nirgends seine Else.

Jetzt überlegte Timo, wo er noch suchen könnte. "Ich werde heute Nacht bei Bauer Meier einbrechen und gucken, ob er meine Else hat", dachte Timo. Am Tag suchte er noch ein bisschen mit seinem Freund Hans auf den Feldern, doch er fand die Gans nicht.

Endlich war es dunkel!
Timo hörte wie seine Eltern das Licht ausmachten. Schnell zog er sich an und griff seine Taschenlampe. Leise schlich Timo durchs Haus und über den Hof. Endlich erreichte den Hof von Bauer Meier. Dieser hatte im Garten ein kleines Kühlhaus. Timo ging zielstrebig darauf zu. Eins der Fenster ließ sich leicht öffnen und er kletterte hinein. "Br, ist das kalt hier", dachte er. Hätte er sich doch nur dicker angezogen.

Timo machte sich schnell ans Durchsuchen des Kühlhauses. Und tatsächlich: Im letzten Regal fand er eine eingefrorene Gans! Timo packte sie schnell ein, um sie morgen seinen Eltern als Beweismittel zu zeigen.

Am nächsten Morgen ging er triumphierend zu seinen Eltern und zeigte ihnen die Gans. Sie riefen sofort Bauer Meier an, worauf dieser auch gleich kam.
Er war entrüstet und behauptete, er hätte Else nicht geschlachtet, sondern es sei eine von seinen Gänsen. Timo wollte gerade etwas erwidern, da hörte er ein Schnattern hinter sich. Er drehte sich um und schrie:" Else, da bist du ja!" Timo rannte auf sie zu und umarmte sie, dann ging er ihr in den Schuppen hinterher. Else hatte sich dort ein Nest gebaut.
Währendessen entschuldigten sich Timos Eltern bei Bauer Meier. Dieser sagte, es sei schon okay. Die Eltern wollten, dass sich auch Timo entschuldigte, doch dieser hatte sich schon neben seiner Else ins Stroh gekuschelt.


Die Befreiung Gunajs
von Thorge Thomsen

"Alarm, Eindringling, Eindringling!" Briskor schreckte aus seinem Schlaf hoch und rannte zum Stadttor. Dort stieß er auf eine Menschenansammlung, die dabei zusah, wie Männer einen anderen umringten und aus der Stadt herauszudrängen versuchten.
Briskor war ein 15 jähriger Junge, der in der Stadt Grabitol in Gunaj lebte. Gunaj war ein Land in Phantasien, wo es oft Unruhen gab, denn dort regierte der Zyklop Nanja, der die Macht mit Hilfe eines magischen Schwertes an sich gerissen hatte.
"Lasst mich, ich komme in Frieden", schrie der Fremde.
"Wer bist du, Fremder, woher kommst du, wohin möchtest du und was willst du hier?", fragte Regidon, der Sohn des Müllers, der bei den Männern stand.
"Mein Name ist Bischimir, ich komme aus Gaminura und möchte weiter nach Gunaja reisen, in die Hauptstadt eures Landes. Ich möchte bei euch meine Vorräte aufstocken, da dies die einzige Stadt im Umkreis ist", meinte der Fremde, der einen schneeweißen Bart hatte und auf einem schönen braunen Hengst ritt.
"Du sollst Bischimir, der bekannte Zauberer sein? Das sollen wir die glauben? Ein Dieb bist du! Du siehst auch schon so aus. Wetten, du steckst mit dem Tyrannen unter einer Decke?", schrie jemand, den Briskor nicht kannte.
"Nichts kriegst du, außer den Tod", brüllte ein anderer.
"Lasst mich, sonst verwandle ich euch alle in Salzsäulen."
"Haltet ein! Tötet ihn nicht! Er hat uns noch nichts getan! Und wenn er wirklich Bischimir ist, dann Gnade uns Gott, wenn er wütend wird", rief Briskor.
"In den Tod mit ihm", brüllte ein anderer.
"Törichtes Volk, ihr habt es nicht anders gewollt", schrie der Alte. "Ihr wollt mir nicht helfen und verschreit mich als Dieb und Verräter. So verwandle ich euch alle in Salzsäulen. Aber einen von euch, der für mich ist, verschone ich. Ihm gebe ich die Chance euch zu retten. Möget ihr hieraus lernen."
Mit diesen Worten klatschte er zweimal in die Hände und alle erstarrten. Alle außer Briskor wurden langsam zu Salzsäulen. Selbst die kleine Maus, die gerade über den Marktplatz huschte. Dann waren Briskor und der Alte allein, umringt von kleinen und großen Salzsäulen.
"Warum hast du das getan?", schluchzte Briskor, der an seine Familie dachte, die nun vielleicht für immer Salzsäulen bleiben mussten.
"Sei keine Memme, Junge!", kreischte der Alte, "reiß dich zusammen. Wenn du so weiter machst, sehe ich schwarz für deine Stadt. Nur du kannst sie retten. Ist dir das klar?"
"Und wie kann ich sie retten?"
"Das musst du selbst herausfinden."
Mit diesen Worten wendete Bischimir sein Pferd und galoppierte davon. Er ließ den ratlosen Briskor zurück. Dieser stand verzweifelt zwischen den Salzsäulen und dachte:
"Ich muss herausfinden, wie ich meine Stadt retten kann. Aber wie soll ich das machen ohne Ausrüstung? Ich habe nichts außer meiner Kleidung, die ich am Körper trage."
Doch plötzlich kam ihm eine Idee.
"Ich muss zum Tempel der Tausend Wünsche. Der ist ganz in der Nähe. Dort finde ich vielleicht etwas, was mir helfen kann."
Aber wie sollte Briskor aus der Stadt kommen? Die Stadt, die von riesigen Stadtmauern eingeschlossen war, hatte nur einen Ausgang. Der, durch den Bischimir in die Stadt gelangt war. Doch viele Salzsäulen versperrten ihm den Weg und er hatte kein Pferd, sie zu überspringen. Da braute sich ein Unwetter über ihm zusammen. Es wurde tiefschwarz und es schüttete wie aus Eimern. Blitze spalteten den Himmel und gewaltiges Donnergrollen ließ sogar Berge zusammenzucken. Briskor schauderte und überlegte, wo er Schutz finden konnte, als auf einmal direkt neben ihm ein Blitz einschlug. Mit großem Getöse öffnete sich ein tiefes Loch. Schlagartig verzog sich das Gewitter, und Briskor schaute vorsichtig über den Rand des Loches. Er sah einen langen Gang, dem er vorsichtig zu folgen begann. Es zischte und leise Tappgeräusche ließen Briskor immer wieder zusammenzucken, bis er bemerkte, dass diese von seinen Schuhen kamen. Plötzlich sah er einen schwachen Lichtschein. Er stand vor einer morschen Holztreppe, die steil nach oben führte. Vorsichtig, Stufe für Stufe nehmend, ging er nach oben. Dort angelangt blickte er in den Wald, der an die Stadt grenzte.
Er wandte sich gen Süden, wo der Tempel der Tausend Wünsche lag. Nach zwei Stunden anstrengenden Fußmarsches erreiche Briskor den Tempel, ein großes, weißes Gebäude, das von zwei Zyklopen in den Uniformen der Leibwachen des Tyrannen bewacht wurde.
"Was willst du Wicht?", schrie der eine Briskor an.
"Ich möchte gerne in den Tempel der Tausend Wünsche.", erwiderte dieser, mit einer Ruhe, die er sich gar nicht zugetraut hätte.
"Der Tempel ist für Nicht- Zyklopen geschlossen! Mach, dass du verschwindest", schrie ihn die andere Wache an.
"Ich bin zwar kein Zyklop, aber ich bin ein Diener des Herrschers", schwindelte Briskor.
"Dann beweise es uns oder du bezahlst es mit deinem Leben", höhnte der erste. "Genau, sag den Spruch der Diener auf", stimmte der zweite seinem Kumpanen zu. Der Spruch der Diener war ein Spruch, den nur die Diener des Tyrannen kannten. Nanja selbst hatte ihn jedem seiner Diener beigebracht. Er war das Erkennungszeichen der Verbündeten des Tyrannen.
Darauf war Briskor nicht vorbereitet gewesen. Er überlegte fieberhaft. Da fiel ihm etwas ein: Als er noch ganz klein gewesen war, hatte er sich einmal im Wald versteckt, als ihm zwei unheimliche Männer entgegen gekommen waren. Sie hatten ihn nicht bemerkt und waren gerade dabei gewesen einen Spruch aufzusagen. Briskor versuchte, sich diesen in den Kopf zurück zu rufen und Wort für Wort fiel ihm der Spruch ein:

"Nanja, Nanja,
Herrscher ohne gleichen,
Nanja, Nanja
du bist die Zukunft, die Vergangenheit muss weichen.

Nanja, Nanja,
du bist mein Herr, dein Diener bin ich,
Nanja, Nanja,
bitte verschone mich.

Nanja, Nanja,
dienen möchte ich dir immer gern,
Nanja, Nanja,
das gelobe ich bei dir, dem heiligen Herrn.",

sprach Briskor langsam und darauf bedacht, sich nicht zu versprechen.
"Verdammt, er ist einer von uns, er kann den Spruch. Aber seit wann stellt der Herrscher solche Knirpse in seinen Dienst?", fragte der eine Wächter.
"Vielleicht ist er getarnt. Wir Diener Nanjas sind doch Meister im Tarnen. Jedenfalls müssen wir ihn durchlassen", erwiderte der andere.
Niemand war im Tempel. Briskor betrat eine der vielen Wunschnischen, von denen man sich auch schon in seiner Stadt erzählt hatte, und sagte:
"Ich muss meine Stadt befreien, aber ich weiß nicht, was ich dafür brauche. Ich habe eine lange Reise vor mir, und ich bin unerfahren. Gib mir, großer Geist des Wunsches, die Sachen, die du für richtig hältst."
Noch im selben Moment erschienen vor ihm eine Pergamentrolle, ein Schwert und ein Pferd. Das sprach: "Lass uns aufbrechen."
Briskor war nicht die Spur überrascht, denn in Gunaj sind sprechende Pferde keine Seltenheit.
"Entschuldige bitte, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Yaschidur."
Nachdem auch Briskor sich vorgestellt hatte, begann er die anderen Sachen, die ihm der Tempel geschenkt hatte, zu untersuchen. Zuerst nahm er das Schwert unter die Lupe. Es war ein edles Schwert. Sicherlich war es wertvoll, denn in den Knauf war ein hell strahlender Rubin eingearbeitet.
"Es heißt Samulah und wird dir ein treuer Begleiter sein. Außerdem schützt es dich gegen jede Art von Zauber", erklärte Yaschidur.
Briskor steckte das Schwert an seinen Gürtel und nahm die Pergamentrolle in die Hand. Sie war sonderbar, denn auf ihr standen ein paar Verse geschrieben:

Das Unglück, ein Auge hat es nur,
kann gestürzt werden, nicht ohne Aufruhr.
Ein Jüngling, ein Unglück wird ihn binden,
nur er, er kann die Lösung finden.
Nimmt man dem Tyrannen, was er am meisten braucht,
seine Herrschaft hat sich ausgehaucht.
Doch Vorsicht, sollte es gelingen,
einen Gegner wird es geben, der versucht alles an sich zu bringen.
Hat er das Schwert, hat er die Macht,
also Jüngling, so gib acht.

Briskor wurde daraus nicht schlau, deshalb beschloss er, sich erst einmal auf den Weg gen Hauptstadt zu machen.
Als sie aus dem Tempel hinaus waren, rief er den Wächtern zu:
"Ach ja, ich bin gar kein Diener des Tyrannen!"
Dann galoppierte er auf Yaschidur davon und lachte sich ins Fäustchen, denn die Wachen schauten ihm ratlos hinterher. Soeben hatte Briskor einen großen Fehler begangen, wie er später noch merken sollte.
Bereits kurze Zeit später befanden sich Briskor und Yaschidur in den Wüsten von Gunaj. Yaschidur war ein vorzügliches Rennpferd und so waren sie schon nach wenigen Tagen in der Hauptstadt.
Gujana war eine große, prächtige Stadt, in der reges Treiben herrschte. Das einzig Beunruhigende war, dass überall Schergen des Tyrannen herumliefen, von denen Briskor misstrauisch beäugt wurde. Er kehrte erst einmal in ein Gasthaus ein. Dort legte er sich schlafen, nachdem er sich vergewissert hatte, dass Yaschidur in dem Stall, in den man ihn gebracht hatte, gut versorgt war.
Am nächsten Morgen machte sich Briskor, allerdings ohne sein Pferd, auf den Weg zum Schloss des Tyrannen. Dort angelangt, sah er, dass das Eingangstor von zwei Zentauren bewacht wurde.
"Was willst du, Fremder?", fragte ihn der eine.
"Ich bringe wichtige Botschaft für den Herrn", schwindelte Briskor.
Dieses mal war er auf die nächste Frage vorbereitet gewesen, und er sagte den Erkennungsspruch auf. Daraufhin wurde er sofort eingelassen. Briskor gelangte in eine riesige Halle. Er wusste nicht, was er machen sollte, denn er hatte nicht gedacht, dass er überhaupt so weit kommen würde. Doch ehe er sich etwas überlegen konnte, wurde er am Kragen gepackt und jemand schrie: "Hab`ich dich, du Hämpfling. Du bist uns entwischt, doch jetzt wirst du büßen."
Als Briskor sich umdrehte, starrte er in das zornige Gesicht der einen Wache des Tempels der Tausend Wünsche. Da kam ein anderer Zyklop hinzu und sagte:
"Savileck, sei kein Narr, du kannst ganz schönen Ärger bekommen, wenn der Herr erfährt, dass du dich an Wehrlosen vergreifst, den man noch als Sklaven benutzen kann. Stecken wir ihn lieber in den Kerker, dann kann ihn der Herr sich irgendwann vornehmen."
So geschah es dann auch. Ein paar Minuten später befand Briskor sich in einem düsteren, muffigen Kerker. Obwohl er ein hartgesottener Junge war, bekam er ein wenig Angst. Um diese zu vertreiben musste er etwas tun. Er wollte das Gitterfenster, das zur Straße hinausführte, mit seinem Schwert durchschlagen. Gerade als er danach greifen wollte, bemerkte er, dass dieses nicht mehr an seinem Gürtel hing. Man hatte es ihm abgenommen. Zum Glück hatte man aber nicht seine Taschen durchsucht. So kramte er seine Pergamentrolle hervor, um die merkwürdigen Verse noch einmal zu lesen. Da klopfte jemand an dem Gitterfenster.
"Ich bin es, Yaschidur, ich bin aus dem Stall ausgebrochen, nachdem ich gespürt habe, dass du in Schwierigkeiten bist. Warte, ich hole dich dort heraus."
Mit einem ohrenbetäubenden Lärm trat Yaschidur gegen das Gitter, das sogleich aus dem Rahmen sprang. Briskor kletterte aus dem Fenster, stieg sofort auf das Pferd und ritt zum Eingang das Schlosses. Die beiden Wachen zögerten.
Hatten sie ihn nicht eben schon einmal hineingelassen, ohne Pferd? Aber Sie hatten ihn nicht herauskommen sehen. Verwirrt gewährten sie ihm Einlass. Drinnen ritt er sogleich gen Thronsaal. Dort angekommen vergewisserte sich Briskor, dass ihm niemand gefolgt war. Als er hineinritt, sah er das sagenhafte Zauberschwert. Gerade als Briskor sich das Schwert schnappen wollte, rief jemand:
"Hey, was habt ihr hier zu suchen?"
Briskor drehte sich langsam um und erblickte eine Gestalt. Sie war groß, sie war breit und sie hatte nur ein Auge. Briskor wusste, wer das war: Nanja, der Tyrann.
In Briskors Kopf spielte sich eine ganze Menge gleichzeitig ab. Blitzschnell überlegte er: Fliehen? - Unmöglich. Nanja angreifen? - Ebenfalls unmöglich. Doch ehe er sich einen anderen Plan ausgedacht hatte, kam ihm der Zyklop zuvor und schrie:
"Du kleiner Wicht, du wagst es in mein Schloss einzudringen, im Kampf mit dem Schwert werden wir sehen, wer der Bessere von uns beiden ist. Wachen, bringt zwei Schwerter, denn mein Zauberschwert ist viel zu schade für diesen Winzling!"
Zwei Zyklopen kamen herbeigestürmt und gaben dem Tyrannen seine geforderte Waffe. Briskor warfen sie sein eigenes Schwert zu, welches er geschickt auffing. "Wenn ich siege, töte ich dich. Doch wenn du gewinnen solltest, was äußerst unwahrscheinlich ist, was möchtest du haben?"
"Ich will nicht dein Leben, aber ich werde mir dein Zauberschwert nehmen", sagte Briskor.
Nanja war so wütend, dass er gar nicht mehr klar denken konnte, deswegen willigte er ein.
Nanja war im Kampf selbst wütend besser als Briskor, der in seiner Stadt der beste Schwertkämpfer war. Die Schwerter kreuzten sich wieder und wieder. Briskor spürte, dass sein Arm und seine Beine langsam ermüdeten. Da wurde er auch schon von Nanjas Schwert getroffen. Er spürte einen stechenden Schmerz in der Brust und taumelte zurück Um ihn herum wurde alles schwarz und er sah nur noch, wie ein heller Lichtblitz aus dem Rubin seines Schwertknaufs herausschoss.
Als er wieder aus seiner Ohnmacht erwachte, lag er auf seinem Pferd Yaschidur.
Das wieherte: "Eins zu Null für uns."
"Was ist passiert?", murmelte Briskor benommen.
"Du bist ohnmächtig zusammengesunken. Dann ist aus dem Rubin ein heller Lichtblitz gekommen. Der traf das eine Auge des Zyklopen, der daraufhin sein Augenlicht verlor. Blind und wütend schlug er mit seinem Schwert um sich. Da habe ich den Augenblick genutzt, habe dich auf meinen Rücken geladen, das Zauberschwert genommen und bin geflohen. In der Ferne hat jemand gerufen: "Seht, der Herr hat gegen eine halbe Portion verloren und sich das Zauberschwert abnehmen lassen. Wir wollen einen anderen Herrscher. Ich schlage mich vor. Nein, ich werde der neue Herrscher!" Ich denke, bald wird eine Revolution ausbrechen. Das ist das Ende von Gunaj."
Sie ritten durch die weite Wüste, als auf einmal jemand hinter einem großen Stein hervorsprang. Es war Bischimir.
"Ah ich sehe, du hast das Schwert. Sei so freundlich und gib es mir!", schmeichelte dieser.
"Niemals, nur mit diesem Schwert kann ich meine Stadt erlösen.", entgegnete ihm Briskor.
"Gib es mir, oder ich verwandle dich und deinen Gaul augenblicklich in eine Kröte", schrie Bischimir aufgebracht.
"Lieber eine Kröte als das Zauberschwert in seiner Hand", dachte Briskor.
Laut sagte er: "Kannst du das denn?"
"Nun gut, du hast es nicht anders gewollt. Baschuruh, Maschimi, Hong."
Nichts passierte.
"Baschuruh, Maschimi, Hong."
Wieder passierte nichts.
"Baschuruh, Maschimi, Hong."
Als Briskor bemerkte, dass es ewig so weiter gehen würde, dachte er sich: "Das muss mein Zauberschwert Samulah bewirken." Laut sagte er: "Pah, und du möchtest ein Zauberer sein, ein Schlappschwanz bist du, da kann ja sogar mein Gaul besser zaubern. Nichts für ungut, Yaschidur."
Mit diesen Worten schwang er sich wieder auf sein Pferd und ritt laut lachend davon.
Nach etlichen Stunden ununterbrochenem Galoppierens kamen Briskor und Yaschidur vor den Toren Grabitols an. Briskor stieg ab und ging langsamen Schrittes auf die Stadtmauer zu. Er versuchte das Zauberschwert in diese hineinzustoßen, doch es glitt ab. Er versuchte es immer und immer wieder. Er verzweifelte, da sprach Yaschidur:
"Wie wäre es, wenn du das Schwert in das Wappen am Stadttor stößt?"
Briskor holte aus und stieß das Schwert des Tyrannen in die Mitte des Wappens. Es gab einen riesigen Knall, das Schwert zersprang und alles war voller Rauch. Als man wieder etwas sehen konnte, erwachte die Menschen um Briskor herum zum Leben. Die Maus, die auf dem Marktplatz zu einer Salzsäule erstarrt war, rannte schnell weiter und verschwand in einer Mauerritze. Jemand rief:
"Hurra, wir sind erlöst! Hoch lebe Briskor!"
"Hoch lebe Briskor!" schrieen alle.
Man veranstaltete ein riesiges Fest, an dem alle teilnahmen.
Alle? Nein, nur einer fehlte. Briskor!
Er hatte sich zurückgezogen und dachte über sein Abenteuer nach.
An zwei weit entfernten Orten knurrten zur gleichen Zeit ein blinder Zyklop und ein Zauberer: "Na warte, Briskor. Die erste Runde ist an dich gegangen, doch die zweite geht an mich."
Nachdem sich die Lage in Gunaj wieder beruhigt hatte, ernannte das Volk Briskor zu ihrem Herrscher. König Briskor I war ein sehr gerechter Herrscher und beim Volke bis an sein Lebensende beliebt. Es wurde ruhig im Land, dennoch erlebte Briskor zusammen mit seinem treuen Pferd Yaschidur noch viele Abenteuer.

ENDE