Simulation eines Journalistenauftrages:
„Schreib mal schnell etwas über die Achse“

So kann ´s gehen im Journalistenleben: Eine Presseeinladung flattert ins Haus und der Volontär wird mit folgenden Worten losgeschickt:
„Um 11 Uhr gibt es eine Spendenübergabe bei der Achse, der Bürgermeister ist dabei und deshalb müssen wir dabei sein… Mach dich mal schnell schlau worum es da geht, hinterher ist nicht mehr viel Zeit, der Text muss bis 15.00 Uhr stehen. Vorbereitungszeit für die Pressekonferenz: eine Stunde.“

Beim letzten Treffen vor den Sommerferien lautete die Schreibaufgabe, in die Rolle des jungen Volontärs zu schlüpfen und zu überlegen, wie man am besten vorgeht.

Von der Arbeit der „Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen“ (Achse), hatten die Schreibgruppenmitglieder bislang noch nichts gehört. Die beschriebene Situation passte also haargenau, sie mussten sich anhand von Prospekten, Flyern und den klassischen W-Fragen erst einmal an die Informationen herantasten:

Wer ist die „Achse“?
Was will sie?
Wer hat sie wann gegründet und weshalb?
Wie wird sie finanziert?
Welche gesellschaftlichen Gruppen hat sie im Boot? Warum engagieren die sich?

Unter realistischen Bedingungen stünde eine zusätzliche Internetrecherche an. Ein Blick auf die offizielle Website gibt in der Regel einen guten Einblick über die Institution, ihre Ziele und Akteure. Im zweiten Schritt würde man sekundäre Quellen „anzapfen“. Erfahrungsberichte von Patienten- und Selbsthilfegruppen lesen. Wie ist deren Tenor zur Institution Achse? Für einen umfangreichen Artikel würde man anschließend versuchen, Kontakte zu Betroffenen herzustellen und vielleicht exemplarisch an deren Geschichte aufzeigen, wie hilfreich die Arbeit der Organisation sein kann. Zur Vorbereitung der Pressekonferenz sollte sich der Volontär vorher weitere Fragen stellen:

Wer spendet?
Wie viel wird gespendet?
Warum wird ausgerechnet der Achse gespendet?
Wen könnte man dazu kurz interviewen, bzw. wer eignet sich für ein kurzes Statement? Hat vielleicht jemand einen privaten Zugang zum Thema?

Doch wie gesagt, um alle Punkte abhaken zu können, braucht man etwas mehr, als die zweistündige Schreibgruppenzeit. Dennoch sind schöne Texte dabei herausgekommen.
Lesen Sie exemplarisch das Achse-Portrait von Christina Klotz.

Der nächste Schreibworkshop findet am Freitag, 27. August, 16.30 in der Wilhelmstraße 4 statt. Neuzugänge sind immer willkommen. Bitte anmelden unter 03322- 25 49 15 oder schreiben@michaudpr.de.