Autorentreffen – ein „Arbeitsessen“ mit Wiebke Eden

Frühwerke einer Autorin Wer seine Schreibleidenschaft zum Beruf machen möchte, muss trainieren wie ein Leistungssportler. Also schreiben, schreiben, schreiben! Und wie im Sport kann es auch beim Schreiben sehr hilfreich sein, wenn man schon früh beginnt, „die Schreibhand in Bewegung zu halten“, wie die amerikanische Autorin und Guru des Creative Writing Julia Cameron nicht müde wird zu „predigen“.

Manchmal ist es ganz schön mühselig, den eingeschlagenen Kurs zu halten. Als Belohnung für tapferes Durchhalten gibt es zum Jahresende für die Schreibgruppe der SEND als „Zuckerstückchen“ ein Treffen mit Menschen, die „es“ geschafft haben: mindestens ein Buch zu schreiben, veröffentlicht zu werden und Verkaufserfolge einzuheimsen. 2009 trafen wir uns mit Siegfried Langer (www.siegfriedlanger.de),der mit dem Roman „Alles bleibt anders“ (2008) seinen Durchbruch hatte. Im Mai 2011 erscheint nun sein 3. Roman „Vater, Mutter, Tod“ als Spitzentitel im List-Verlag.

Reger Austausch mit dem Nachwuchs Als Vorbild des Jahres 2010 stellte sich die Autorin Wiebke Eden zur Verfügung. Deren erster Roman „Die Zeit der roten Früchte“ erschien 2008 und ist inzwischen nach zwei erfolgreichen Hardcover-Auflagen auch als Taschenbuch auf dem Buchmarkt. In einem Berliner Restaurant plauderten wir entspannt über das Schreiben.
Schon als Kind hat Wiebke Eden gern und viel geschrieben. Bereits als neunjährige Schülerin verdiente sie ihr Taschengeld mit liebevoll illustrierten Wichtel- und Sabinegeschichten. Die erschienen regelmäßig im Kinderblatt der Jeverschen Zeitung, der Tageszeitung ihrer friesischen Heimatstadt. Damit öffnete sich die erste Tür ihres Schreiblebens: Nach dem Abitur absolvierte sie dort zunächst ein Volontariat, war als Redakteurin tätig und arbeitete während des Studiums als freie Mitarbeiterin weiter. Ihre beiden ersten Buchveröffentlichungen waren Portraits erfolgreicher Journalistinnen und Autorinnen (www.wiebke-eden.de/profil). In ihrer Wahlheimat Berlin entstand der erste Roman, während sie ihren Lebensunterhalt überwiegend mit Radiobeiträgen und als freie Mitarbeiterin verschiedener Zeitungen bestritt. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Roman.

Sabine-Geschichten Ihre Biographie macht deutlich, wie lang der Weg bis zur Romanveröffentlichung manchmal sein kann. Aber auch, dass es nicht unbedingt ein Buch sein muss, wenn man sich dem Schreiben verschrieben hat. Auch journalistische Arbeit kann beglücken. „Irgendwann habe ich allerdings bemerkt, dass mein persönliches Lebensglück nicht im Journalismus liegt“, erzählte die Autorin freimütig. Die Arbeit habe Spaß gemacht und mache es zwischen durch noch immer, aber tiefe Freude empfinde sie beim freien Formulieren. Wofür das Journalistische eine gute Schule gewesen sei. Denn auch für Autoren sei es wichtig, sorgfältig zu recherchieren damit die Geschichte am Ende stimmig ist. Wer „Die Zeit der roten Früchte“ gelesen hat, versteht diesen Satz sofort. Wiebke Eden ist es in ihrem Erstlingsroman so gut gelungen, das Leben ihrer Protagonistin detailgenau zu beschreiben, dass man meinen könnte, sie habe selbst in den 1930er Jahren gelebt.

Als Mutmacher für die Nachwuchsschreiberinnen aus Dallgow hatte sie sogar einige Exemplare ihrer frühen Beiträge und Geschichten mitgebracht. Keine Frage, dass sie begeistert gelesen wurden – ein toller Ansporn!

Wer sich auch auf den Weg machen möchte um „die Schreibhand zu trainieren“ ist von der SEND eingeladen, einmal monatlich am Schreibworkshop mit Jutta Michaud teilzunehmen. (www.michaudpr.de) Die nächste Gelegenheit bietet sich am Freitag, 14. Januar, 16.30 – 18.30 Uhr im Besprechungsraum der SEND in der Wilhelmstraße 4. Anmeldung erbeten unter 03322- 25 49 15 oder schreiben@michaudpr.de .